Heute wurde das Baustellenschild für die größte Baumaßnahme am Cottbuser Hauptbahnhof der letzten Jahre enthüllt. Im Fokus stehen der Vorplatz, der zum Bus- und Straßenbahnumsteigeplatz werden soll sowie die Bahnsteige, die barrierefrei und überdacht werden sollen. Insgesamt werden ab 2016 30 Millionen Euro investiert. Dafür hatte Verkehrsministerin Kathrin Schneider einen Förderbescheid in Millionenhöhe des Landes Brandenburg dabei. Feierlich ließen sich Bahnverantwortliche und der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch den symbolischen Spatenstich nicht nehmen und starteten das Projekt. Nahverkehrsbusse und Straßenbahnen, Taxis und Kurzzeitparker haben künftig direkt vor dem Hauptbahnhof einen zentralen Sammelpunkt. Lediglich für Fernbusse ist nur ein Platz vorgesehen, derzeit fährt der Postbus die Linie Berlin – Cottbus – Görlitz zweimal täglich. “Die Fernbusbetreiber suchen eher die Nähe zu Autobahnen, sollten es mehr Anbieter werden suchen wir eine Lösung im Süden der Stadt.” so Holger Kelch auf Nachfrage.
Die Bahn plant den Umbau der Gleisanlagen und des Personentunnels in mehreren Abschnitten. Das elektronische Stellwerk muss für den Baufahrplanbetrieb umprogrammiert werden, während der Bauarbeiten halten Züge teilweise zeitgleich am selben Bahnsteig, in gegenüberliegenden Positionen. Die Verantwortlichen planen pro Bahnsteig mit einem halben Jahr Bauzeit, begonnen wird mit Bahnsteig 11/12 – künftig 9/10. Das alte Mitropagebäude auf der Mittelinsel muss einem Neubau weichen, die Bausubstanz war nach Begutachtung zu schlecht um sie zu erhalten. Künftig wird dort ein Technikgebäude stehen, die Kastanie bleibt erhalten. Insgesamt entsteht ein barrierefreier Bahnhof mit überdachten Bahnsteigen und moderner Anzeigetechnik. Auch die Qualität der Sanitäranlagen soll überprüft und verbessert werden.
Die Verlängerung des Personentunnels wird die erste größere Maßnahme sein um eine Erreichbarkeit der Bahnsteige zu gewährleisten. Dafür wird auch der jetzige Spreewaldtunnel benötigt, da Gleise zeitweise nur über den Hintereingang zu erreichen sein werden. Mit Mitteln der Stadt und des Landes wird der neue Personentunnel bis zum Nordausgang verlängert, dort entsteht auch eine Zufahrtstraße und ein neuer Eingang.
Als letztes wird der jetzige Spreewaldtunnel abgerissen und komplett verfüllt, das soll 2020 geschehen und damit die Bautätigkeiten beendet werden. Eine wichtige Vorarbeit für das gesamte Bauvorhaben wird jetzt schon erledigt. Die Kampfmittelräumer sondieren den Boden und graben dafür in regelmäßigen Abständen Löcher, in denen mit Sonden bis sechs Meter Tiefe nach Bomben gesucht wird.
Während des Spatenstichs protestierten auch Anhänger des BUND. Sie machten darauf aufmerksam, dass kaum Ausgleichsflächen für die Baumaßnahmen geschaffen werden sollen, bei Wohnbebauung gibt es klare Regelungen, hier nicht.
Ein kleiner virtueller Rundgang vom Norden durch den neuen Tunnel bis zum Bus-Bahn-Hof können Sie jetzt schon mit unserer Fotogalerie machen.
Grafiken: Stadt Cottbus, Kolb Ripke Architekten, I.SPB, 3D Agentur Berlin
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3D-Tour durch den neuen Bahnhof: