Am nächtlichen Himmel funkelten die Sterne wie kleine weiße Glühwürmchen über die Stadt Cottbus. Sie tanzten und wussten ganz genau, dass in dieser glamourösen Woche vom 04. November – 9. November 2014 jedes Auge auf eine wundersame Filmreise zurückblicken kann. Bei gemütlichem Flair und guter Organisation ist es immer am Schönsten.
Am Dienstag, den 04. November 2014 begann das Festival seine Kreise zu ziehen. Der blaue Teppich ausgerollt, auf dem Treppenabsatz in bunter Pracht strahlte die Glasfigur ,,Lubina‘‘ und die hell leuchtende Lichtergarnierung ließ das Cottbuser Staatstheater wie ein Königspalast erscheinen. Viele Besucher und Ehrengäste waren von der glitzernden Aufmachung und der tadellosen Präsenz der Stadt Cottbus überwältigt. In feierlicher Atmosphäre füllte sich der Saal zunehmend dichter und die Spannung auf den sensationellen Abend war nicht mehr zu bremsen.
Der Vorhang erhob sich, musikalische Klänge flogen von Ohr zu Ohr und berührten die Sinne. Das Electropop-Trio ELECTROROT mit Sängerin Maren Montauk leiteten die Eröffnung mit ihren sinnlichen Popmelodien perfekt ein und stimmten die zahlreichen Gäste auf den folgenden Tagen neugierig ein. Die politische Prominenz mit Ministerpräsident Dietmar Woidke, designierter Oberbürgermeister der Stadt Cottbus Holger Kelch, Festival-Programmdirektor Bernd Buder und Vorsitzender des Festival-Kuratoriums Bernd Schiphorst zeigten sich an diesem Abend sehr engagiert und kulturbegeistert. Sie alle hielten kleine Ansprachen und legten die Priorität auf die hohe Bedeutsamkeit von osteuropäischen Filmen. Mitten im Publikum saßen drei von den fünf Internationalen Festival Jurymitgliedern, unter anderem: der russische Schauspieler Vladimir Burlakov, Nana Djordjadze und der Kalifornier Eric Spitzer-Marlyn. Sie wurden von der Moderatorin Monika Anna Wojtyllo herzlichst begrüßt und von den Gästen gebührend mit Applaus empfangen.
Im Anschluss der Eröffnungsfeier lief der ungarische Streifen ,,UNDERDOG‘‘ von Kornél Mundruczó über die Leinwand. Es war die Geschichte einer tiefen Liebe zwischen Mensch und Hund. Wir alle wissen, der Hund ist der beste Freund des Menschen und in Kornéls packendem Film wird dies auf emotional berührend, aber auch auf harter Realität verdeutlich. Lili, ein 13 jähriges Mädchen, zieht bedingungslos zu ihrem Vater. Der Mischlingshund Hagen weicht nicht von ihrer Seite – ein Herz und eine Seele. Unter unmöglichen Umständen kann Hagen nicht mehr bei ihr bleiben und wird vom verzweifelten Vater gnadenlos ausgesetzt. Nun beginnt für Hagen ein Leidensweg voller Desaster. Durch Manipulationen und gezielter Abrichtung zum Kampfhund wird aus einem liebenswürdigen Zeitgenossen eine Maschine der Vernichtung. Alle Straßenhunde werden von Hagen angeführt und terrorisieren die gesamte Stadt mit Angst und Schrecken. Nur Lilis Einfühlungsvermögen kann die Hunde noch retten und zur Vernunft bringen. Kornél Mundruczó ist es sehr gut gelungen, die emotionale Ausgrenzung und die autoritären Machtstrukturen zu präzisieren. Ein klasse Film für Jedermann.
Freuen Sie sich auf weitere spannende Berichte vom FilmFestival.