Es gibt wohl kaum einen Bereich in unserem Leben, der so viele Emotionen weckt wie unsere Beziehungen. Es gleicht einer Achterbahnfahrt, in der wir Höhen und Tiefen erleben, zutiefst gerührt, überglücklich oder mal frustriert und traurig sind. Doch das Schöne, das viele Paare häufig vergessen, ist die Tatsache, dass wir es selbst in der Hand haben, wie harmonisch unsere Beziehungen verlaufen.
Schließlich sagt man nicht zu Unrecht, dass eine Beziehung auch etwas Arbeit erfordert. Und da Kommunikation einen der größten Faktoren zwischen Paaren ausmacht, nehmen wir eben diesen in den Fokus.
Kommunikation umfasst mehrere Aspekte
Man sagt, Kommunikation sei der Grundstein jeder guten Beziehung. Zahlreiche Ratgeber predigen es und viele Menschen wissen um diesen Punkt. Doch was bedeutet das konkret?
Offene und ehrliche Gespräche
Es klingt so simpel und doch ist es so schwer umzusetzen: Sprechen Sie offen und ehrlich miteinander. Teilen Sie Ihre Gedanken, Gefühle und Bedenken ohne Angst vor Verurteilung. Ehrlichkeit wirkt befreiend und schafft obendrein Vertrauen.
Das betrifft auch Aspekte, die Ihnen vielleicht etwas unangenehm sind, auszusprechen. So ergeht es vielen, wenn es um das Thema Sexualität geht. Sie wollten schon immer mal eine Sexmaschine ausprobieren, haben aber Angst, was Ihr Partner darüber denkt? Geben Sie sich einen Ruck und vielleicht entdecken Sie ja neue Wege oder Fantasien, die Sie gemeinsam erleben wollen.
So kann sich kein Frust aufbauen und beide Partner fühlen sich frei, sich in der Beziehung völlig zu entfalten.
Verständnis für den Kommunikationsprozess entwickeln
Friedemann Schulz von Thun hat mit seinem Vier-Ohren-Modell ein geniales Werkzeug geschaffen, um Missverständnisse zu vermeiden. Jede Nachricht hat demnach vier Seiten: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehungshinweis und Appell. Was bedeutet das in der Praxis?
Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag: Wenn Ihr Partner sagt, „Der Müll muss raus“, könnten Sie auf der Sachebene einfach verstehen, dass der Müll tatsächlich hinausgebracht werden muss. Auf der Selbstoffenbarungsebene könnte Ihr Partner aber auch ausdrücken, dass er sich überfordert fühlt. Beziehungsseitig könnte die Nachricht darauf hinweisen, dass er sich von Ihnen mehr Unterstützung im Haushalt wünscht. Und auf der Appellebene fordert er Sie konkret dazu auf, die Aufgabe zu übernehmen.
Wenn der Partner dies als Sachaussage meinte, Sie aber die Appell-Seite hören, ist ein Streit vorprogrammiert. Indem Sie einander die Chance geben, die verschiedenen Ebenen zu benennen und zu verstehen, können Missverständnisse vermieden werden.
Hier kommt die Metakommunikation ins Spiel. Es bedeutet, über die Art und Weise der Kommunikation zu sprechen. Zum Beispiel können Sie nachfragen, wie der Partner etwas gemeint hat, erklären, wie die Botschaft angekommen ist, usw. Allein mit dem Wissen um dieses Modell, können Sie also bereits Konflikte auflösen, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen.
Aktives Zuhören
Aktives Zuhören ist weit mehr als nur das bloße Hören von Wörtern. Es ist eine bewusste Art der Kommunikation, bei der Sie sich voll und ganz auf die Worte und Emotionen des Sprechers konzentrieren. Klingt einfach, oder? Aber genau hier beginnt oft das Missverständnis.
Viele Menschen denken, sie hören zu, während sie eigentlich nur abwarten, bis sie selbst wieder reden können. Oder Sie sind mit den Gedanken noch bei der Arbeit oder anderen Verpflichtungen. Die Grundidee beim aktiven Zuhören ist jedoch, dem Partner wirklich zu zeigen, dass man ihn versteht – verbal und nonverbal.
Dadurch entstehen Vertrauen und Nähe, die in jeder Beziehung unerlässlich sind. Missverständnisse werden vermieden, da der Partner die Möglichkeit hat, seine Aussagen klarzustellen und tiefer auf sein Anliegen einzugehen. Wenn beide aktiv zuhören, entsteht ein Dialog, der von Respekt, Verständnis und Harmonie geprägt ist.